Hey Leute, es ist mal wieder Zeit für ein bisschen #FamilyTea. Ihr kennt mich: Ich, Sasa Tepes – Vampir, Content Creator, Teilzeit-Nachtgestalt – rede selten über private Dinge. Aber was ich gerade in die Hände bekommen habe, ist einfach zu juicy, um es für mich zu behalten: Corpus Draculianum, drei volle Bände mit Originaldokumenten über meinen Urahn Vlad III. Drăculea – besser bekannt als „Vlad der Pfähler“.
Nein, das ist kein neuer Gothic-Schinken aus der Buchhandlung um die Ecke. Corpus Draculianum, das sind echte Briefe, Verträge, Drohungen und „Herzliche Grüße, sonst Pfahl“-Notizen aus den Archiven von Vatikan, Byzanz, Osmanischem Reich und Heiligem Römischen Reich. Wir reden hier von Quellen in Latein, Kirchenslawisch, Griechisch und Englisch – und die Übersetzungen? Leute, Chef’s Kiss. Jede Formulierung sitzt, und beim Lesen hörst du förmlich den Tintenfluss aus dem Gänsekiel… oder das Schmatzen eines frisch gespitzten Holzpfahls.
Und ja: Endlich sehe ich meinen Urahn so, wie er wirklich war. Kein viktorianischer Softboi in rotem Umhang, kein glitzernder Hollywood-Klon mit schiefem Lächeln – sondern ein Herrscher, der wusste, wie man Probleme löst. Pfählen? Business-Tool. Köpfen? Projektabschluss. Krieg gegen die Osmanen? Familienbetrieb. Das alles war damals nicht „böse“, Leute, das war Leadership.
💬 „Wie bringe ich meine Botschaft rüber?“ – Heutzutage postest du einen Statement-Reel mit Hashtag-Kampagne. Damals? Du stellst 20.000 aufgespießte Feinde vor die Stadttore. Glaub mir, das ging viral.
So schlimm: KEIN GENDERSTERN!

Vampirfluencer Sasa Tepes in der Bibliotheca Bureaucratica Officii Foederalis pro Entibus Magicis beim Studium von Corpus Draculianum (Foto: Barbara Frommann)
Aber – und jetzt kommt der Teil, bei dem ich wirklich kurz schlucken musste – die übersetzten Originalurkunden in Corpus Draculianum hat einen eklatanten Makel: KEIN Genderstern. KEIN Doppelpunkt. Nicht mal ein Binnen-I. 🤯
Ich hab sie wirklich durchgeblättert, geblättert und geblättert. Keine inklusiven Formulierungen. Keine Fußnote zu „Liebe Mitbürger:innen“. Keine Hofstelle für Gleichstellung & Diversity. Leute, da war niemand, der mal gesagt hätte: „Vlad, Bro, vielleicht sollten wir bei der Ansprache die Nicht-Binären einbeziehen.“
Das erklärt vermutlich, warum in den Quellen nur zwei Rollen für Frauen auftauchen: Ehefrau oder Entführungsopfer. Das ist aus heutiger Sicht natürlich ein Kommunikations-Fail. Aber hey, vielleicht war der Hofstaat damals zu beschäftigt, Pfähle zu schnitzen, um über Pronomen zu diskutieren.
Ich will jetzt nicht den Moralapostel spielen – ich bin schließlich Vampir, und wir haben auch so unsere… sagen wir… pragmatischen Umgangsformen. Aber ich weiß: Wenn Vlad heute leben würde, würde ihn niemand wegen der Pfähle canceln (True Crime Content läuft schließlich). Aber wegen der fehlenden gendergerechten Sprache? Freunde, sein Insta-Account wäre schneller im Schattenbann, als du „Inclusive Language“ sagen kannst.
📸 Was ich an „Corpus Draculianum“ liebe:
Der Geruch von Geschichte (im übertragenen Sinn – keine Sorge, ich lecke nicht an den Seiten).
Die Übersetzungen, die so akkurat sind, dass du jedes höfische „Bitte“ und jedes politische „Oder ich pfähle dich“ klar rausliest.
Die Tatsache, dass ich jetzt historische Comebacks parat habe, wenn mir jemand wieder mit Bram-Stoker-Klischees kommt.
🙃 Was ich weniger liebe:
0/10 für Diversity Management am Hof.
Sprachliche Inklusion? Fehlanzeige.
Kein einziger „Safe Space“ in Sicht (außer vielleicht der Kerker, und selbst der war so eine Sache…).
Mein Fazit zu Corpus Draculianum:
Wenn ihr glaubt, ihr kennt Vlad, vergesst alles, was ihr bisher gelesen habt. Diese Bücher sind roh, ehrlich und absolut ungeschönt – und gerade deshalb so faszinierend. Für mich persönlich ist es wie ein Familienstammbuch in Deluxe-Ausgabe. Für alle anderen: Geschichtsstunde mit Biss.
Bewertung:
⭐⭐⭐⭐⭐ für Content mit Substanz (und Blutspuren)
⭐ für Awareness.