Amtliche Mitteilung
Engel sucht Asyl im BAfmW

BONN (BAFMW) – Längst ist es raus – nicht nur Menschen kehren der Kirche den Rücken, sondern auch ihre ältesten Aushängeschilder: Engel und Erzengel. Was jahrtausendelang als feste Ordnung galt, gerät ins Wanken. Flügel werden eingeklappt, Heiligenscheine abgelegt – und statt himmlischer Chöre hört man nun leise das Rascheln von Antragsformularen im Bundesamt für magische Wesen.
Asylanträge von Engeln und Erzengeln häufen sich

Ein aufwändiges Ganzkörperpainting mit Goldglitter steht Student Marvin B. bevor. (Foto: Barbara Frommann)
In Bonn, wo Bürokratie und Magie eine erstaunlich harmonische Symbiose eingehen, ist das BAfmW zur ersten Anlaufstelle für geflügelte Asylsuchende geworden. Zuständig für alles Übernatürliche, von verirrten Kobolden bis zu pensionierten Drachen, hat sich die Behörde inzwischen auch auf eine neue Klientel eingestellt: verunsicherte Engel, desillusionierte Erzengel und jene goldglitzernden Wesen, die einst als moralische Instanz galten.
Hohe Austrittszahlen der ehemals großen Kirchen
Die Gründe für ihre Flucht sind so vielfältig wie ihre Erscheinungen. Die Austrittszahlen der Evangelischen und Katholischen Kirche sprechen eine deutliche Sprache. Zwischen Skandalen, Bedeutungsverlust und internen Machtkämpfen scheint selbst der Himmel nicht mehr das zu sein, was er einmal war. In einschlägigen Kreisen gilt „IM Church Destroyah“ längst als der effektivste Agent, den die Hölle je entsandt hat – subtil, effizient und mit verheerender Wirkung.
„Wir können das einfach nicht mehr vertreten“, soll ein Erzengel, der anonym bleiben möchte, im Wartebereich des BAfmW geflüstert haben, während er nervös seine Flügel ordnete. „Früher waren wir Botschafter des Lichts. Heute fühlt es sich eher an wie Schadensbegrenzung.“
Engel auf Jobsuche
Und so überrascht es kaum, dass viele von ihnen eine berufliche Neuorientierung anstreben. Statt Verkündigungen und Wundern stehen nun Umschulungen, Integrationskurse und Coaching-Seminare auf dem Programm. Einige arbeiten bereits als spirituelle Berater, andere lassen sich zu Personenschützern im privaten Sektor ausbilden – ein wachsender Markt.
Besonders medienwirksam wurde der Fall von Student Marvin, der von Maskenbildnerin Vero Bente in einen flüchtenden Engel verwandelt wurde. Von Kopf bis Fuß mit Goldglitter bestäubt, verkörperte er eindrucksvoll die Mischung aus Verletzlichkeit und ätherischer Schönheit, die viele dieser Wesen auszeichnet. Die Inszenierung war mehr als nur ein Kunstprojekt: Sie diente als Auftakt für eine ungewöhnliche Idee des BAfmW.
Fotoshooting für Male Models
Geplant ist ein Amtskalender, der Fantasy, Erotik und Male Beauty miteinander verbindet – mit attraktiven „Engeln“ als Models, die nicht nur ästhetisch beeindrucken, sondern auch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte von Flucht, Wandel und der Suche nach einem neuen Platz in einer Welt, die selbst für himmlische Wesen komplizierter geworden ist.
Während draußen die Kirchtürme weiter in den Himmel ragen, hat sich das Machtgefüge längst verschoben. Vielleicht liegt die Zukunft der geflügelten Himmelsbewohner nicht mehr in den alten Strukturen – sondern in Formular A38, Wartezimmern mit Neonlicht und der leisen Hoffnung auf einen Neuanfang.


